Hausverwaltung finden

Wie man eine Hausverwaltung findet – und notfalls wieder los wird

Egal ob ein Eigentümer eine Immobilie als Kapitalanlage erworben hat oder um selbst in seine Eigentumswohnung zu ziehen – bei der Wahl der Hausverwaltung sollte er sorgfältig sein, denn sie ist nicht nur für den Erhalt der Immobilie mitverantwortlich, sondern beeinflusst auch deren Wertentwicklung. Zwar gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Regelungen für die Qualifikationen, die ein Hausverwalter mitbringen muss, doch gibt es einige Anhaltspunkte, die qualifizierte Verwalter ausweisen. Das nötige juristische, wirtschaftliche und immobilientechnische Fachwissen kann sich jeder prinzipiell zwar auch anlesen. Einem Kaufmann für Immobilien- und Wohnungswirtschaft wurden die für seinen Beruf nötigen Kenntnisse allerdings in einer strukturierten Ausbildung vermittelt. Auch wenn Hausbewirtschaftungsaufgaben nicht zwingend in den Aufgabenbereich der Hausverwaltung fallen, so sehen es viele Eigentümer gern, wenn Hausmeister- und Instandhaltungsdienste ebenfalls von der Hausverwaltung besorgt werden. Insbesondere bei größeren Wohnanlagen und Gewerbeimmobilien sollte man als Eigentümer darum nachfragen, ob die Hausverwaltung vielleicht bereits einen Absolventen der noch recht neuen Studiengänge aus dem Facility Management beschäftigt.

Weitere Anhaltspunkte für einen zuverlässigen Hausverwalter ist dessen Mitgliedschaft in einem der Immobilienfachverbände, wie etwa dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e.V. oder dem Bundesfachverband der Immobilienverwalter. Da die monatlichen Durchschnittskosten pro verwalteter Wohnung standardmäßig bei 15-30€ liegen, sollte ein wesentlich darunter liegender Preis der Hausverwaltung ebenso ein Zeichen sein, die Leistungen des Anbieters und die Bewertungen seiner anderen Kunden etwas genauer anzusehen. Schließlich sollte man vor Vertragsabschluss mit der Hausverwaltung in Erfahrung bringen, ob diese eine umfangreiche Vermögenshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, damit die Verwaltung im Ernstfall ihren Schadensersatzpflichten auch nachkommen kann.

Abberufung der Hausverwaltung

Die beste Möglichkeit, sich gegen untätige oder inkompetente Hausverwalter abzusichern, besteht in der vertraglichen Vereinbarung von Kündigungsfristen für die zu erbringenden Dienstleistungen der Verwaltung. Üblicherweise liegen diese Fristen bei 3-6 Monaten. Insbesondere bei Neubauten für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) liegen die Kündigungsfristen für die Hausverwaltung jedoch oft bei mehreren Jahren. 2007 wurde gesetzlich festgelegt, dass Verwalterverträge beim Erstbezug einer Immobilie auf höchstens drei Jahre begrenzt sind. Doch auch drei Jahre sind eine lange Zeit und nicht selten wird die Hausverwaltung vom Bauträger eingesetzt. Im Falle baulicher Mängel sieht sich der Verwalter dann oft einem Dilemma gegenüber: Macht er die Gewährleistungsansprüche gegen den Bauträger fristgemäß geltend, freuen sich zwar die Wohnungseigentümer, die er vertritt, allerdings könnte der Bauträger in Zukunft davon absehen, ihm weitere, lukrative Aufträge zu erteilen. So tropft es dann womöglich durch die Decke der Garage oder die Haufassade bleibt mangelhaft verputzt, weil die Hausverwaltung sich nicht rührt.

Glücklicherweise können Verwalter von der Eigentümerversammlung jedoch auch aus sogenannten wichtigen Gründen abberufen werden, wofür eine einfache Mehrheit der Eigentümerstimmen genügt. Zu solchen wichtigen Gründen zählen:

  • Insolvenz des Verwalters
  • Strafbare Handlungen
  • Nicht ordnungsgemäße Buch- oder Protokollführung
  • Verweigerung der Einsichtnahme von Jahresabrechnungen oder Versammlungsprotokollen durch die berechtigten Eigentümer
  • Verzögerung der Weitergabe von Informationen über bauliche Mängel am Gemeinschaftseigentum an den Bauträger
  • Verzögerung der Kostenabrechnung um mindestens 15 Monate

Doch der Rechtsweg gegen die Hausverwaltung ist stets ein Wagnis. Sollte gegen den Verwalter vor Gericht kein wichtiger Grund für die Abberufung geltend gemacht werden können, muss die WEG nicht nur die neue Hausverwaltung bezahlen, sondern auch den bereits abberufenen Verwalter. Bei Rechtsstreitigkeiten ist es daher immer ratsam, frühzeitig einen Anwalt einzuschalten.

Lydia Ishikawa Immobilien GmbH

Senior Immobilienmakler,

Lydia Ishikawa immobilien,

Frankfurt

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben