Immobilienkauf für Ehepaare

Haus- und Wohnungskauf für Ehepaare: Worauf Sie achten sollten

Bei all den Diskussionen um Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrise hat eine Branche in den letzten Jahren doch deutlich profitiert: die Immobilienbranche. Wer unsicher ist, wie viel sein Geld auf dem Sparbuch morgen noch wert sein könnte, der wird sich eher entscheiden, sein Kapital auf solide Weise anzulegen. In den Ländern des europäischen Südens, aber auch etwa in Großbritannien, ist die eigene Wohnung oder das eigene Haus schon seit langem ein üblicher Weg der sozialen Absicherung für das Alter oder für die eigenen Kinder und Enkel. Doch auch in Deutschland sind im Zuge der Finanzkrise die Zahlen der Immobilienkäufe durch Privatleute nach oben gegangen. Insbesondere Eheleute entscheiden sich für das eigene Heim. Sollte die Ehe jedoch nicht erst vom Tod geschieden werden, sondern bereits vorher in die Brüche gehen, dann haben Eigenheimbesitzer ein Problem mehr. Denn die wenigsten stellen sich die wichtigen Fragen, bevor es zu spät ist.

Die Eintragung ins Grundbuch

Die meisten Paare möchten ihren Namen gemeinschaftlich in das Grundbuch eintragen lassen. Bei Eigennutzungen von Wohnimmobilien liegt die Quote bei fast 100%. Im Falle einer Scheidung jedoch kann dies zu Nachteilen führen. Denn zum einen muss nun unter emotional schwierigeren Umständen geklärt werden, wer in der Wohnung bzw. dem Haus verbleiben darf. Auch haben die Partner oft nicht das Geld, um dem Miteigentümer seinen Teil der Immobilie abzukaufen. Juristisch ist es darum sinnvoller, wenn sich nur ein Partner in das Grundbuch eintragen lässt. Im Scheidungsfall wird das Haus oder die Eigentumswohnung ohnehin im Zugewinnausgleich berücksichtigt – zumindest dann, wenn das Paar keinen anderslautenden Ehevertrag abgeschlossen hat.

Sollten jedoch beide Eheleute als Eigentümer im Grundbuch stehen, gibt es nach der Scheidung mehrere Optionen zur Weiternutzung der Immobilie. Zum einen kann einer der Partner dem anderen seinen Teil des Objektes abkaufen. Sollten beide nicht genug Geld haben, um die Immobilie allein zu bewohnen, können sie diese bei beiderseitigem Einverständnis auch an einen Dritten verkaufen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Vermietung der Immobilie. Kosten und Erlös werden dann, wie beim Verkauf auch, unter den Geschiedenen aufgeteilt. Eine oft abwegige, doch immerhin prinzipiell gangbare Lösung ist es, das Haus in zwei Wohnungen aufzuteilen. Dafür müssen sich die Geschiedenen aber nicht nur als künftige Nachbarn verstehen, sondern zumeist auch Gutachter und Architekten beauftragen. Sollten sich die Eheleute auf keine dieser Lösungen einigen können, dann kommt es im ungünstigsten Fall zur Teilungsversteigerung, also einer Art Zwangsversteigerung, bei der das Objekt auch gegen den Willen eines der Eigentümer verkauft wird. Oft wird die Immobilie hierbei allerdings weit unter dem tatsächlichen Wert verkauft.

Wer muss ausziehen?

Ganz unabhängig von den Eigentumsverhältnissen haben beide Eheleute das Recht, in der gemeinsamen Wohnung zu verbleiben, bis die Scheidung der Ehe rechtskräftig ist. Will allerdings einer der Ehepartner umgehend ausziehen, so hat dies für ihn oder sie keine nachteiligen Folgen in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse der Immobilie. Sollte ein Paar sich nicht einigen können, wer aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, so kann beim Familiengericht die Überlassung der Immobilie aufgrund „unbilliger Härte“ beantragt werden. Allerdings muss hierfür nachgewiesen werden, weshalb einem der Ehegatten durch die gemeinsame Nutzung eine unbillige Härte im Sinne des Gesetzes entsteht. Oft spielt hier das psychische Wohl der Kinder im Haushalt eine entscheidende Rolle.

Wer trägt die Schulden?

Prinzipiell trägt die Schulden die Person, welche im Darlehensvertrag als Schuldner genannt ist. Allerdings sind dort oft beide Eheleute verzeichnet, obwohl nur einer der beiden die monatlichen Tilgungsraten bestreitet. In diesem Fall gibt es zwei denkbare Situationen. Zum einen kann der zahlende Partner ausziehen und vom anderen Partner die Hälfte des Tilgungsbetrags für das Darlehen sowie ein Nutzungsentgelt für die gemeinsame Immobilie verlangen. Dieser Betrag richtet sich jedoch nicht nach dem Verkehrswert der Immobilie, sondern nach der voraussichtlichen Miete, die der Partner aufbringen müsste, wollte er eine für sich und ggf. die Kinder angemessene Wohnung mieten. Sollte der zahlende Partner jedoch im Haus bzw. der Wohnung verbleiben, dann kann zwar auch ihm ein Nutzungsentgelt in Rechnung gestellt werden, allerdings wird dieses dann mit den Tilgungsraten verrechnet, die er monatlich an die Bank leistet.

Lydia Ishikawa Immobilien GmbH

Senior Immobilienmakler,

Lydia Ishikawa immobilien,

Frankfurt

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