Hausverkauf: Notar und Hausbesichtigung

Kleiner Leitfaden zum Hausverkauf

Teil 4

Die Hausbesichtigung

Irgendwann ist es dann soweit, und die erste Besichtigung steht an. Versuchen Sie, Ihren Interessenten bei der Terminfindung entgegenzukommen. Am Tag der Besichtigung kann dann der erste Eindruck entscheidend sein. Sorgen Sie dafür, dass das Objekt frisch und aufgeräumt wirkt und gut beleuchtet ist. Vollgestellte und unaufgeräumte Zimmer verlieren optisch an Größe. Auch laute, störende Geräusche oder aufdringliche Gerüche aus WC-Anlagen oder Küche können den Eindruck der Kaufinteressenten negativ beeinflussen.

Sie sollten sich darauf vorbereiten, eine große Anzahl an Fragen zu beantworten. Hier macht es sich oft bezahlt, einen professionellen Immobilienmakler bei der Besichtigung zugegen zu haben. Zu den Standardauskünften zählen Fragen zu technischen Anlagen, Bausubstanz und den Gebäudedaten. Auch der Zustand von Dach, Fenstern, Türen, der Fassade sowie die letztmalige Sanierung der sanitären Anlagen sind Punkte, über die Käufer regelmäßig informiert werden wollen. Auf keinen Fall sollten Sie etwaige Mängel verheimlichen. Denn sonst kann gegen Sie später auf Schadenersatz geklagt werden. Am besten erstellen Sie ein Begehungsprotokoll, in dem Sie alle Mängel festhalten und welches von Ihnen und den Interessenten unterschrieben wird. Auf diese Weise lassen sich spätere Rechtsstreitigkeiten weitestgehend vermeiden.

Der Termin beim Notar

Sind Sie sich mit dem Käufer einig geworden, dann müssen Sie gemäß §311b Abs. 1 BGB einen Termin beim Notar vereinbaren, in dessen Beisein der Kaufvertrag geschlossen wird. Allerdings sollten Sie nicht davon ausgehen, bei diesem Termin umfassend beraten zu werden. Steuerliche und bautechnische Aspekte gehören nicht zum Aufgabenfeld eines Notars, und auch die Frage des Kaufpreises ist notariell nur insofern relevant, als falsche Angaben im Kaufvertrag zur Nichtigkeit des Geschäfts führen.

Bevor Sie beim Notar die Erstellung eines Vertragsentwurfs in Auftrag geben, sollten Sie vom Käufer einen Nachweis verlangen, dass er den vereinbarten Kaufpreis auch aufbringen kann. Andernfalls entstehen Ihnen nur unnötige Kosten. Sind beide Parteien mit dem Vertrag einverstanden, wird er unterschrieben. Im Regelfall veranlasst der Notar nun eine Auflassungsvormerkung, die sicherstellt, dass Sie die Immobilie nicht mehr anderweitig veräußern können. Sodann zahlt der Käufer den vereinbarten Kaufpreis auf ein Konto des Notars, wird im Grundbuch als neuer Eigentümer eingetragen, und erst dann wird Ihnen der Kaufpreis vom Notar gutgeschrieben.

Noch was vergessen?

Dieser Leitfaden soll lediglich dazu dienen, Ihnen eine erste Übersicht zu verschaffen, auf welches Prozedere Sie sich beim Verkauf Ihrer Immobilie einstellen können. Es gibt viele Fragen, die Sie detailliert für Ihren individuellen Fall klären müssen und andere, die womöglich keine oder eine eher untergeordnete Rolle spielen. Müssen Sie sich um eine Löschung oder Übertragung der Grundschuld kümmern? Wenn Ihr Käufer mit seiner Bank über eine Finanzierung verhandelt, könnte es für Sie und den Käufer eine sinnvolle Option sein, die Grundschuld auf dem Objekt zu belassen und dem Kreditinstitut des Käufers als Sicherheit anzubieten. Auch bei steuer- und baurechtlichen Detailfragen ist es im Zweifelsfall immer ratsam, einen Experten zu Rate zu ziehen. Besser, Sie investieren in die Planung für den erfolgreichen Verkauf Ihrer Immobilie etwas mehr Zeit und Geld, als dass Sie sich später über Jahre hinweg grämen. 

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Lydia Ishikawa Immobilien GmbH

Senior Immobilienmakler,

Lydia Ishikawa immobilien,

Frankfurt

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