Hausverlosung

Keine ganz legale Alternative zum Hausverkauf

Wer sein Haus verlost statt zu verkaufen, steht mit einem Bein im Gefängnis

In den vergangenen Jahren war bei der Veräußerung von Immobilien ein neuer Trend zu beobachten. Verkaufswillige Haus- und Wohnungseigentümer versuchten, ihre Immobilien per Auslosung loszuschlagen. Da in Deutschland Glücksspiel noch immer weitestgehend einem staatlichen Monopol unterliegt, versuchten die Anbieter der Losgeschäfte, die Verlosung an sich in Länder zu verlagern, die privatwirtschaftlich organisiertem Glücksspiel weniger kritisch gegenüberstehen. Zypern war solch ein Land. Allerdings meldeten sich die zuständigen Innenministerien der Länder zu Wort und gaben bekannt, dass Immobilienverlosungen, die sich an Deutsche richten und in Deutschland befindliche Objekte zum Preisgegenstand machen, auch dann illegal sind, wenn Sie im Ausland organisiert werden. In allen Fällen gelte deutsches Recht.

Einige Grundeigentümer versuchten allerdings, das Gesetz zu umgehen. Denn als Glücksspiel gilt theoretisch nur, wofür ein Einsatz von mehr als 50 Cent erbracht werden muss und der Ausgang des Spiels dem Zufall überlassen ist. So versuchten einige Anbieter, statt Hausverlosungen Quiz-Spiele zu offerieren, bei denen Wissen oder Geschicklichkeit zum Erfolg und damit zum Gewinn des ausgeschriebenen Objekts führen.

Zunächst hatte die Hamburger Behörde für Inneres und Sport das Quiz-Spiel untersagt. Nach einer Veröffentlichung veränderter Teilnahmebedingungen jedoch zog die Behörde ihre Untersagungsverfügung vorübergehend zurück.

Dennoch muss die Idee, seine Immobilie bei einem Gewinnspiel auszuschreiben, zumindest dem Graubereich des Legalen zugerechnet werden. Wird ein Gesetzesverstoß gerichtlich festgestellt, muss der Veranstalter gemäß deutschem Strafrecht mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe rechnen, und die Teilnehmer solcher Gewinnspiele mit bis zu sechs Monaten. Doch für potenzielle Teilnehmer ist das nicht der einzige Grund, weshalb sie sich die Sache zweimal überlegen sollten. Sitzt der Veranstalter nämlich im Ausland, haben Gewinner keinerlei einklagbaren Anspruch auf ihren Gewinn, selbst wenn das Gewinnspiel gegen deutsches Recht verstößt.

Was also zunächst wie eine fantastische Alternative zum Kauf bzw. Verkauf eines Hauses klingt, ist bei näherem Hinsehen ein rechtlich fragwürdiges, äußerst riskantes Geschäft. Wenn es keinen zwingenden Grund gibt, sich auf solch dünnes Eis zu begeben, sind Hauseigentümer besser beraten, sich auf traditionelle Wege zu besinnen, um ihr Haus gegen einen angemessenen Preis - und absolut legal - zu veräußern.

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Lydia Ishikawa Immobilien GmbH

Senior Immobilienmakler,

Lydia Ishikawa immobilien,

Frankfurt

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