Hausverkauf nach Schenkung

Hausverkauf nach Schenkung

Schenken, kaufen, erben – die Rolle des Finanzamtes und was der Gesetzgeber dazu sagt.

Bei jeder Transaktion in Deutschland verdient der Staat mit: über die Mehrwertsteuer bei Waren und Dienstleistungen, über den Abschlag auf Kapitalerträge, bei Immobilienkäufen und in Erbschaftsangelegenheiten.
Steuern bei Hauskauf oder Erbschaft sind jedoch schwerer zu standardisieren. Deswegen gilt hier eine Reihe besonderer Festlegungen.

Nicht nur der Immobilienkäufer, sondern auch der Hausverkäufer wird zur Kasse gebeten, wenn das Finanzamt bei dem Geschäft einen Gewinn erwartet. Dazu gibt es die sogenannte Spekulationsfrist von 10 Jahren. In dieser Zeit sind beim Hausverkauf grundsätzlich Steuern fällig. Sie zahlen nur dann keine Steuern, wenn das Haus ohne zusätzlichen Gewinn verkauft wird oder Sie das Haus innerhalb der Spekulationsfrist als eigenes Wohneigentum genutzt haben. Als Mindestzeit werden dafür das Jahr der Veräußerung und die beiden vorangegangenen Jahre angesehen.
Der persönliche Einkommensteuersatz richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen.

Sie können sich über Ihren Einkommensteuersatz, der sich neben Ihrem Arbeitseinkommen oder Erträgen aus Kapital bzw. Vermietung dann auch aus dem Hausverkauf ergibt, online informieren.

Schenkungen von Häusern zu Lebzeiten bleiben demnach unverändert steuerfrei. Doch eine solche Schenkung muss gut bedacht werden. Sie lässt sich - anders als ein Testament - kaum rückgängig machen. Die Steuerbegünstigung durch die vorgezogene Schenkung lohnt sich! Auch wenn nicht die Kinder oder Ehepartner als Erben eingesetzt werden sollen, sondern etwa Neffen und Geschwister, kann ein Vorziehen des Erbes sinnvoll sein: Es sei erwähnt, dass die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer deutlich niedriger ausfallen.

Die vorzeitige Schenkung kann auch eine Methode sein, um unliebsame Kinder zu enterben. Normalerweise besitzen Kinder einen Pflichtteilsanspruch. Wird nun ein Vermögen vorzeitig an andere verschenkt, haben die leer ausgehenden Erben Anspruch auf einen entsprechenden Pflichtteilsausgleich. Allerdings verringert sich dieser Anspruch jedes Jahr nach der Schenkung um zehn Prozent, und nach zehn Jahren ist der Anspruch ohnehin weg.

Fragt man Experten, wird aber von sogenannten Schenkungen grundsätzlich abgeraten. Entschließt man sich hier zur vorzeitigen Übertragung, sollte man sich die Rechte zur Nutzung der Immobilie auf jeden Fall sichern.
Manche Eltern übertragen auch deshalb ihre Immobilien auf die Kinder, um das Eigentum im Falle eines längeren Heimaufenthalts vor dem Zugriff des Sozialamtes zu schützen. Doch diese Rechnung muss nicht aufgehen. Im Fall eines Nießbrauchsrechts würde der Staat Ansprüche auf die Erträge der Wohnung geltend machen.

Grundsätzlich beachten sollten Erblasser, dass Schenkungen einer großen Geldsumme, eines Häuschens oder einer Eigentumswohnung ein endgültiger Schritt sind: Hier muss den Beteiligten klar sein, dass geschenkt auch geschenkt bleibt. Allerdings gibt es Möglichkeiten, im Schenkungsvertrag Hintertürchen einzubauen. Da fragen Sie am besten den Anwalt Ihres Vertrauens.

Lydia Ishikawa Immobilien GmbH

Senior Immobilienmakler,

Lydia Ishikawa immobilien,

Frankfurt

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben